Die Ringelblume – eine Heilpflanze mit langer Geschichte

Die Ringelblume (Calendula officinalis) gehört zu den am besten erforschten Heilpflanzen Europas. Seit dem Mittelalter wird sie zur äußerlichen Behandlung von Hautwunden, Entzündungen und Verbrennungen eingesetzt. Ihr wichtigster Vorzug: Sie lässt sich problemlos im eigenen Garten anbauen und selbst zu einer hochwirksamen Salbe verarbeiten.

Was macht die Ringelblume so heilsam?

Die Blütenblätter enthalten eine Vielzahl an wirksamen Inhaltsstoffen:

  • Flavonoide: Wirken entzündungshemmend und antioxidativ
  • Triterpensaponine: Fördern die Wundheilung
  • Ätherische Öle: Haben antibakterielle Eigenschaften
  • Carotinoide: Geben die gelb-orangene Farbe und schützen die Haut

Schritt 1: Ringelblumenöl als Grundlage herstellen

Bevor die Salbe entsteht, brauchen wir ein Kräuteröl als Basis. Hierfür gibt es zwei Methoden:

Kaltauszug (Sonnenmazeration)

  1. Frisch gepflückte Ringelblumenblüten einen Tag trocknen lassen (um Schimmelbildung zu vermeiden).
  2. Ein sauberes Schraubglas zur Hälfte mit den Blüten füllen.
  3. Mit hochwertigem Olivenöl oder Mandelöl übergießen, bis alle Blüten bedeckt sind.
  4. Glas verschließen und 3–4 Wochen an einem sonnigen, warmen Ort stehen lassen.
  5. Täglich schütteln.
  6. Nach der Wartezeit abseihen und das goldgelbe Öl aufbewahren.

Warmauszug (schnelle Methode)

Blüten und Öl im Wasserbad bei ca. 50–60 °C für 2–3 Stunden erwärmen, abkühlen lassen und abseihen. Ergibt ein ähnliches Ergebnis in viel kürzerer Zeit.

Schritt 2: Salbe herstellen

Zutaten

  • 100 ml Ringelblumenöl
  • 10–12 g Bienenwachs (für festere Konsistenz mehr, für weichere weniger)
  • Optional: 5 Tropfen Lavendelöl oder Teebaumöl für zusätzliche Wirkung

Zubereitung

  1. Bienenwachs im Wasserbad schmelzen.
  2. Das Ringelblumenöl zum flüssigen Wachs geben und gut verrühren.
  3. Vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen (aber noch flüssig).
  4. Ätherische Öle hinzufügen (wenn gewünscht).
  5. In kleine, sterilisierte Tiegel abfüllen.
  6. Aushärten lassen und beschriften (Name, Datum).

Anwendung und Lagerung

Die fertige Ringelblumensalbe kann bei:

  • Kleinen Wunden und Schürfwunden
  • Rissiger und trockener Haut
  • Leichten Verbrennungen und Sonnenbrand
  • Windeldermatitis bei Babys
  • Ekzemen und entzündeter Haut

aufgetragen werden. Die Salbe hält sich bei kühler, dunkler Lagerung etwa 6–12 Monate. Auf Wunden, die sich verschlechtern oder nicht heilen, immer einen Arzt aufsuchen.

Fazit

Eine selbst gemachte Ringelblumensalbe ist ein wertvolles, vollkommen natürliches Mittel für die häusliche Erste-Hilfe-Apotheke. Die Herstellung macht Freude, ist günstig und das Ergebnis ist einer gekauften Salbe ebenbürtig – wenn nicht sogar überlegen.